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Zusammenfassung: Der Beitrag stellt die Frage nach der operativen Verortung der Armutsbekämpfung in und durch Entwicklungsbanken am Beispiel der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB).Es wird argumentiert, dass sich im Anschluss an die preisbasierte Bilanzierung von Armut ein Spannungsfeld zwischen Selbstbeschreibung, Steuerung und Strategie ergibt, welches sich in der Formulierung von Projekten widerspiegelt.Einer konsistenten Analyse des operativen Aufgriffes von Armutsbekämpfung schließt sich mit der Fokussierung auf ein konkretes Projekt eine Rückbindung mit der Bekämpfungspraxis an.Mit dem Ziel, einen ›link‹ zwischen Organisationsund Armutsforschung zu explizieren, mündet der Beitrag schließlich in der Formulierung ebenso zusammenfassender wie allgemeiner Thesen.1. Einleitung Die Agenden der globalen Entwicklungshilfe weisen heute -neben der Förderung wirtschaftlichen Wachstums -als oberstes Ziel die Bekämpfung von Armut 1 aus.Spätestens mit der Formulierung der Millenium Goals hat sich diese Akzentuierung des Entwicklungsdiskurses durchgesetzt.Dies war freilich nicht seit jeher so artikuliert worden und spiegelt eine Art Desillusionierung und Enttäuschung von Hoffnungen und Gewissheiten wider, wie sie v.a.von den Modernisierern unter den Entwicklern gehegt wurden.Dieser Schwenk zu einer Sprache des ›pro-poor development‹ wurde wohl wesentlich mit Robert McNamaras Präsidentschaft der Weltbank begründet und nach und nach im gesamten Netzwerk der Entwicklungshilfe vollzogen.Dies gilt auch und besonders für die drei regionalen Entwicklungsbanken, die Interamerikanische (IADB), die Afrikanische (AfDB) und die Asiatische Entwicklungsbank (ADB). 2 Letztere betont vor dem Hintergrund, dass »Asia and the Pacific remains home to two thirds of the world's poor« (http://adb.org/About/)die Bedeutung der Armutsbekämpfung auf besondere Weise.Mit ihr wollen wir uns in diesem Beitrag genauer beschäftigen.Konsistente Beschreibungen dessen, was Entwicklungsbanken eigentlich machen, wenn sie Armut bekämpfen, sucht man in der Literatur vergeblich.Die vorhandenen Studien konzentrieren sich auf historische und strukturvergleichende Analysen (vgl.Mason/Asher 1973; White 1970; Hass 1974), wobei die Frage der Performanz von Entwicklungsbanken zumeist mittels Interessenanalysen behandelt wird.3 Studien, welche die Operationen der Banken ins Visier nehmen, beschäftigen sich hingegen zumeist mit Problemen der Implementation von Projekten und artikulieren Kritik und Empfehlungen, zum Teil zwischen Zynismus und dem Anspruch der Optimierung schwankend (vgl.stellvertretend Reid 1965).Die wohl bekannteste reformistische Studie stammt von Tendler (1975), die Weltbankprojekte in Bezug auf organisationale Faktoren veranschlagt hat, durch welche die Inhalte von Projekten beein-1) Hier und im folgenden ist mit Armut stets globale Armut gemeint, also Ungleichheit mit Referenz Weltgesellschaft.2) Alle drei Banken sprechen von Armutsbekämpfung als eines ihrer overarching goals.Vgl.
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