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In den letzten Jahren ist eine lebendige Diskussion um den Gegenstand der Kulturwissenschaft als an deutschen und polnischen Hochschulen neu etablierter selbststandiger wissenschaftlicher Disziplin entbrannt. In welchen breiteren Erkenntnisbereich gehort diese Disziplin? Gehort sie in den Bereich der „klassischen„ Disziplinen bzw. Geisteswissenschaften, etwa Philologien und – kulturanthropologisch vermittelte (D. Bachmann-Medick 1998: 7ff.) – Literaturwissenschaft (F. Schosler 2006: VIIIf.,), oder etwa in den der „moderneren„ Kommunikationswissenschaft und Medienwissenschaft (vgl. dazu Ch. Karpenstein-Esbach 2004: 7ff.)? Inwiefern gehort Kulturwissenschaft in den Erkenntnisbereich der Linguistik? Wie lasst sich ihr Gegenstand aus dieser Sicht bestimmen? 1. „Kulturwissenschaft„ versteht sich intuitiv als eine wissenschaftliche Disziplin, die sich mit Kultur befasst. Dieses dem Anschein nach 1 harmloses, ja anstandsloses Verstandnis birgt aber eine Reihe von begriffl ichen Fallen, die aus dem unrefl ektierten Gebrauch der dieses Kompositum bildenden Elemente, resp. „Kultur„ und „Wissenschaft„, resultieren. Denn „Kultur„ und „Wissenschaft„ sind sprachliche Ausdrucke, die zum Alltagswortschatz gehoren und deren Designate und Denotate soweit aufgefachert sind, dass es sogar in der Fachkommunikation zu grosen Missverstandnissen kommen kann. In den letzten Jahren sind Studien 2 veroffentlicht worden, die tiefe Widerspruche aufgedeckt haben bezuglich: a) der genauen Bestimmung des ontologischen Status des jeweils durch diese zwei Ausdrucke designierten Wirklichkeitsbereich; b) der Koharenz der zu diesen Ausdrucken zugehorigen Denotate und Designate.
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