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Zusammenfassung Gegenwärtig wird zunehmend das Leitbild der unternehmerischen Universität propagiert. Neben den traditionellen Zielen der Lehre und Forschung sollen Hochschulen verstärkt als ökonomische Akteure auftreten. Im universitären Kontext wird Unternehmertum u.a. als die Einnahme einer Perspektive im Forschungsalltag definiert, die wissenschaftliche Resultate in Bezug auf ihr kommerzielles Potenzial beurteilt. Der Beitrag stellt sich die Frage, wie Wissenschafts- und Technikentwicklung in der unternehmerischen Universität erfolgt und welchen Einfluss die organisationale Umwelt dabei ausübt. Dazu präsentiert er die Ethnografie eines interdisziplinären „Wearable Computing“-Projekts, im Rahmen derer beispielhaft das Alltagshandeln in der unternehmerischen Universität erforscht wurde. Es werden zum einen die Konflikte aufgezeigt, die aus der gleichzeitigen - legitimatorisch motivierten - Orientierung an Anwendungsbezug und Wissenschaftlichkeit resultieren. Zum anderen wird gezeigt, dass diese Konflikte durch die lediglich symbolische Integration beider Perspektiven bei einer de facto stattfindenden Entkopplung „gelöst“ werden. Das Fallbeispiel wird unter Bezug auf die Theorie des soziologischen Neo-Institutionalismus, insbesondere auf die Konzepte der organisationalen Legitimität und des Rationalitätsmythos diskutiert.
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