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Zusammenfassung: Die bundesrepublikanische Erwerbslandschaft ist in den vergangenen Jahren differenzierter und vielfältiger geworden.Gleichzeitig lässt die existierende Flexibilisierung und Dynamisierung von Erwerbsformen nicht nur Hinweise auf Pluralisierungstendenzen erkennen.Am Beispiel einer explorativen qualitativen Studie, die zwischen 2009 und 2012 das Arbeitsmarktsegment einfacher Dienstleistungen in den Blick nahm, finden sich deutliche Hinweise darauf, dass sich hinter der erstaunlichen Vielfalt und Dynamik eine Verfestigung sozialer Lagen verbirgt.In struktureller Hinsicht verweisen unsere Befunde auf einen Prozess der Proletarisierung.Die selektive Integration in unterschiedliche arbeitsmarktrelevante Institutionen sorgt in den einfachen Diensten dafür, dass sich die subalterne Lage der Beschäftigten stabilisiert.Als Jedermannsarbeitsmarkt steht Arbeit zudem unter dem Druck sozialer Rationalisierungsstrategien, die auf der Ebene des Shopfloors eine Dequalifizierungs-und Abwertungsdynamik ins Werk setzen.Ein spezifisches Kontrollsystem erzeugt darüber hinaus innerhalb der Belegschaften Unterschichtungsbeziehungen, die formale Positionsgewinne unterminieren.Suspendierte Zukunftsvorstellungen erhöhen schließlich die Reproduktionsrisiken der subalternen Lage der Beschäftigten, weil Perspektiven realistischer Veränderung vielfach fehlen.Einleitung Jenseits aller Unübersichtlichkeit der Entwicklung von Arbeit (Schumann 2001; Deutschmann 2001) sind sich die Diagnosen in einem einig: Die bundesrepublikanische Erwerbslandschaft ist differenzierter und vielfältiger geworden (Kratzer 2005).Stand das arbeitsund sozialrechtlich abgesicherte Normalarbeitsverhältnis im Zentrum der Beschäftigungsordnung der industriell geprägten Nachkriegszeit, ist daneben gegenwärtig eine Flexibilisierung und Vervielfältigung von Erwerbsformen zu beobachten (Heidenreich / Zirra 2012: 327 f).Diese Entwicklungen der Erwerbslandschaft lassen aber nicht nur Pluralisierungstendenzen erkennen.Aus Perspektive einer explorativen, qualitativen Studie zum Segment einfacher Dienstleistungsarbeit, die wir von 2009 bis 2012 in fünf Branchen und vier Regionen durchgeführt haben, finden sich deutliche Hinweise darauf, dass sich hinter der erstaunlichen Vielfalt und Dynamik eine Verfestigung sozialer Lagen verbirgt.Das Segment einfacher Dienstleistungsarbeit stellt zweifelsohne einen besonderen Ausschnitt des bundesrepublikanischen Arbeitsmarktes dar.Dennoch ist es ein Bereich, der paradigmatisch für den weitreichenden Umbruch des Institutionenregimes des deutschen Arbeitsmarktes steht und zeigt, dass sich die von uns beobachtete Verfestigung gerade vor dem Hintergrund einer zunehmenden Diversität von Beschäftigungsformen abzeichnet.Dienstleistungsarbeit hat weder eigenständige Muster der Spezialisierung und Arbeitsorganisation, noch spezifische Qualifizierungsformen und Interessenvertretungsorganisationen (Baethge 2001: 29) ausgebildet, weshalb von einer vergleichsweise niedrigen Integration in die nach wie vor dominanten Institutionen des deutschen Arbeitsmarktregimes gesprochen
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