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Angesichts der überall reklamierten Systemzwänge im Zuge der Transformation der Sozialstaaten in Europa bedarf das Verhältnis Soziale Arbeit — Sozialpolitik einer gründlichen Überprüfung, und dies sowohl im Interesse der Gestaltung einer klaren professionellen Identität auf der einen Seite, als auch im Interesse der Mitarbeit an einer verantwortlichen, langfristigen und dauerhaften Sozialpolitik auf der anderen. Gerade diese Reflexion scheint aber gegewärtig auszubleiben, und wenn auch das Verhältnis der Sozialen Arbeit zur Sozialpolitik zu allen Zeiten nicht einfach war, gibt das Verschwinden dieser Thematik insgesamt Anlass zu grossen Befürchtungen (Böhnisch, Schröer und Thiersch 2005). Es könnte bedeuten, dass die Soziale Arbeit zu sehr versucht, sich mit den ‘neuen Gegebenheiten’ zu arrangieren, statt sich mit den Grundsätzen und den Auswirkungen der neuen Sozialpolitik nicht nur auf die Nutzerinnen sozialer Dienste, sondern auch auf die sozialen Professionen selbst auseinanderzusetzen. Sie zieht sich entweder auf die noch bleibenden (scheinbaren) Freiräume des Privaten zurück, um damit erst recht den sozialpolitischen Veränderungen eine Art Eigengesetzlichkeit einzugestehen und diesen ihren freien Lauf zu lassen, oder sie tendiert dazu, die neuen Rahmenbedingungen unkritisch zu übernehmen und in ihnen gar noch die Möglichkeit der Verwirklichung ureigenster professioneller Ambitionen zu sehen.
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