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Für wen wird Journalismus produziert? Wen haben Journalisten im Kopf, wenn sie Themen auswählen, recherchieren und Beiträge schreiben und gestalten? Zu den Charakteristika der Massenkommunikation gehört es, dass die Rollen zwischen Sendern und Empfängern eindeutig verteilt sind und dass die Empfänger insgesamt ein schwer fassbares Phänomen darstellen, das Gerhard Maletzke (1963) als disperses Publikum beschrieb. Auch wenn der Begriff der Massenkommunikation mittlerweile angesichts zunehmend individualisierter Angebote und Nutzungsformen sowie angesichts der durch technische Konvergenz verfließenden Grenzen zwischen Individual- und Massenkommunikation nur noch mit Vorbehalten benutzt und oft durch den Begriff ‚öffentliche Kommunikation‘ ersetzt wird, ändert sich nichts daran, dass jegliche Form der Massenkommunikation oder öffentlichen Kommunikation mit dem Problem verbunden ist, dass mit der Aufnahme der verbreiteten Botschaften ein zentraler Bestandteil des Kommunikationsprozesses mehr oder weniger unbekannt bleibt. Da sich auf einer so prekären Grundlage nicht kommunizieren lässt, sind immer wieder mit großem Aufwand Versuche unternommen worden, die Empfänger ‚dingfest‘ zu machen, sie als messbare Publika zu konstruieren und so unter die den jeweiligen institutionellen Interessen entsprechende Kontrolle zu bringen (vgl. Ang 1991; Ettema/Whitney 1994; Kiefer 1999).
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