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Die griechische Geschichtsschreibung hatte ihr erstes Zentrum in Athen, die lateinische ging von Rom aus, die Kirchengeschichtsschreibung entstand an der Peripherie des Römischen Reiches.Sie begann mit Euseb in der Provinz, im palästinischen Caesarea.Und die Kirchengeschichtsschreibung blieb zu einem großen Teil in der Provinz.Die überwiegende Zahl der Autoren wirkte dort: Gelasius von Caesarea 1 lebte in Palästina, Theodoret und Evagrius Scholasticus schrieben im syrischen Raum, Rufinus stammte aus Concordia bei Aquileia, kam zwar viel umher, lernte Rom und Konstantinopel kennen, doch keine der beiden Städte hatte eine prägende Wirkung für ihn. 2 Vielleicht wichtiger noch als diese prosopographischen Kontingenzen ist etwas anderes: Das antike Christentum war seinem Wesen nach dezentral.Gewiß galt Rom schon früh als ein hochangesehener Ort der Christenheit, aber es war noch längst nicht das Rom des Hochmittelalters, und der kirchenpolitische Vorrang von Konstantinopel bildete sich nur allmählich heraus.Daher orientierte sich die Kirchengeschichtsschreibung seit Euseb an mehreren Bischofssitzen.Auch wenn deren Geschichte oft nicht umfassend be-1 Mit P. van Nuffelen, Gélase de Césarée, un compilateur du cinquième siècle, BZ 95 (2002), 621 -639 wird sich demnächst M. Wallraff (Basel) auseinandersetzen; vgl.einstweilen G. C. Hansen, Einleitung, in: Ders.(Hg.und Übers.),Anonymus von Cyzicus, Kirchengeschichte gr.und dt.(Fontes christiani 49), Turnhout 2008, 7 -53.24 f. 2 Bedauerlich ist, daß die ägyptische Kirchengeschichtsschreibung bis auf die lediglich in lateinischer Übersetzung und auch so nur fragmentiert erhaltene Historia acephala, die einen dezidiert alexandrinischen, vielleicht offiziösen Standpunkt vertritt (zu ihr A. Martin, Historia acéphale et index Syriaque des lettres festales d'Athanase d'Alexandrie [Sources Chrétiennes 317], Paris 1985; P. van Nuffelen, La tête de l'histoire acéphale, Klio 84 (2002), 125 -140; P. van Deun, The Church Histories after Eusebius, in: G. Marasco (Hg.), Greek and Roman Historiography in Late Antiquity.Fourth to Sixth Century A.D., Leiden / Boston 2003, 151 -176, 168 -171) verloren gegangen ist.Johannes von Nikious Werk, das im 7. Jh. in Reaktion auf die arabische Eroberung Ägyptens entstand, wird wohl zu Recht als Chronik eingeordnet.Das Breviarium causae Nestorianum et Euychianorum (ACO V 98 -141) des Liberatus reproduziert in vielerlei Beziehung einen alexandrinischen Standpunkt, s.M. Whitby, The Church Historians and Chalcedon, in:
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