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ZusammenfassungMit dem Blick auf die Beziehung von theoretischem Wissen und gesellschaftlicher Praxis versuchen wir das Handeln sozialer Akteure im historischen Prozeß als den Versuch zu verstehen, herausfordernde Verunsicherungen zu bewältigen und Sicherheiten zu schaffen, gesellschaftliche Entwicklung auf diese Weise zu stabilisieren bzw. auf eine bestimmte Ordnung hinzuführen. Die Rolle des Wissens ist in solchen Prozessen so vielfältig wie die Aspekte, die dieser weite Begriff umfaßt. Sicherheit im weiteren Sinne können das Wissen des Mythos, des Glaubens, gesellschaftlich geteilte, kulturelle patterns und tradiertes Erfahrungswissen liefern. Die Rolle des theoretischen sozialwissenschaftlichen Wissens als Teil des sozialen Wissens interessiert uns besonders. Denn mit der Entstehung der modernen industriellen Marktgesellschaft und ihrer sozialstaatlichen Überformung haben die Sozialwissenschaften die verschiedenen Ebenen und Dimensionen der Suche sozialer Akteure nach Sicherheit deutlich beeinflußt. Das gilt für die kulturellen Orientierungen ebenso wie für sozialpolitische Strategien und Institutionen. Sowohl deren technische Elemente (wie Systeme der Sozialversicherung und sozialen Hilfe) als auch die politischen (Regeln der Konfliktaustragung und Kompromißbildung, der Definition von Rollen und Verantwortlichkeiten von Organisationen und Akteuren) haben sich im Rekurs auf das von Sozialwissenschaften zur Verfügung gestellte Wissen zu legitimieren und orientieren gesucht.
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