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Bereits von vielen Autoren ist mehr oder minder er- kannt worden, dass die Entwicklungslehre der Organismen in der Weise, wie sie von ihren Begründern geschaffen worden ist, trotz eminenter Leistungen nicht ganz aus- reichend zur Ableitung aller Einrichtungen der Organismen sei ; und je nach der feindlichen oder freundlichen Stellung dieser Autoren zur ganzen Leine sind die Mangel bald unter Verkennung aller Leistungen in der übertriebensten Weise hervorgehoben, bald ruhig urtheilend abzuwägen versucht, bald kaum leise anzudeuten gewagt worden.Trotz dieser vielseitigen Kritik aber und der fleissigen Arbeit zur Ergänzung des Fehlenden scheint noch viel zu vervollständigen und noch mancher Mangel neu aufzu- weisen.Wenn ich mich nun im Folgernden bestrebe, die Lln- vollstäudigkeit nach einer der am wenigsten beachteten iV Vorwort.Richtungen Im», nach der Richtung der Entstehung der feineren inneren Zweckmässigkeiten der thierischen Orga- nismen hervorzuheben, und einen darauf hinzielenden Ergänzungsversuch vorlege, so geschieht es nicht in der Absicht, das Werk jener grossen Männer zu verkleinern, was übrigens auch nicht möglich sein würde, sondern es ge- schieht, um in dieser einen Richtung das Werk derselben nach dein Maasse meiner Kralle abzurunden und zu festigen.Wenn dabei das Wesentliche des von dem eingeführten Principe zu Leistenden gegenüber dem bereits Bekannten möglichst betont wurde, so geschah auch dieses nicht, um etwa den Autor auf Kosten des Verdienstes Jener ver- grössern zu wollen, sondern um das Einzuführende durch Hervorhebung seiner Eigenart möglichst klar zu stellen.Sobald aber einmal das jetzt Neue anerkannt und recipirt sein wird, dann wird es auch von selber, seiner Bedeutung entsprechend, als bescheidener Theil des Ganzen, aus welchem es entsprungen ist und von welchem es ge- lragen, ihm tragen hellen will, aufgefasst und ihm einge- fügt werden.Zunächst aber ist das hiermit dem Publikum Vor- gelegte blos eine Skizze des behandelten Themas, und die thatsächliche Begründune des deductiv Entwickelten mae im Einzelnen manchmal etwas hypothetisch erscheinen und auch sein, wie das bei der Begründung eines neuen Gedankens auf zum grossen Theile altes, von früheren Vorwort.V Principien aus erworbenes ßcobaehtungsmaterial nicht wohl anders sein kann.Trotzdem aber gebe ich mich der Hoffnung hin, dass die angeführten neueren Beobachtungen, welche das Fundament bilden, die Folgerungen zu stützen vermögen, und dass der Gedanke der trophischen Wirkung der functionellen Reize und das aus ihm folgernde Princip der directen functionellen Selbstgestaltimg des Zweckmassigen Anerkennung linden werden; sei es nun, dass ihnen diese Anerkennung schon jetzt zu Theil wird oder erst, nachdem durch die Arbeit der nächsten Jahre weitere Stützen gewonnen sein werden.Um das Neue mit den gegenwartigen Anschauungen leichter zu verknüpfen, wurde nicht unterlassen darauf hinzuweisen, dass ganz ähn- liche Principien trophischer Reizwirkung in den Lehren von den trophischen Nerven, von der Entstehung der Geschwülste und von der Sinneswahrnehmung nach E. Hering sich bereits einer mehr oder minder berechtigten Aner- kennung erfreuen, wenngleich ich mich weder bei der Concipirung noch bei der vorliegenden Abfassung auf diese Gründe selber gestutzt habe.Die geringe Schätzung, welche theoretische Ableitungen gegenwärtig in manchen Kreisen linden, und welche tief unter der Schätzung der geringsten objectiven Beschrei- bung steht, war Veranlassung, sowohl meinerseits nicht zu viel Zeit auf die Ausführung und Darstellung dieses ersten Entwurfes zu verwenden, als auch die Zeit der \ | Vorwort.Leser nicht zu sehr durch Ausführlichkeit in Anspruch zu uehmen.Doch glaube ich, dass dadurch die Verständ- lichkeit und Bestimmtheit des Ganzen keine wesentliche Beeinträchtigung erfahren hat, und dass man aus dem angegebenen Grunde gern auch über den Mängel, resp.die Kürze; historischer Darstellung hinwegsehen und zu- frieden sein wird, Literaturangaben allein da vorzufinden, wo sie direct Bürgschaft zu leisten haben.So empfehle ich denn die Arbeit der wissenschaftlichen Beachtung und Kritik.
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