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Es wäre eine irrige Annahme zu glauben, dass Aristoteles’ Politische Philosophie nach seinem Tod in einer präzise definierten Gestalt weitergewirkt hätte. Aristoteles’ Schule, das Lykeion oder der Peripatos, formulierte niemals verbindliche Lehrüberzeugungen und entwickelte erst recht keine philosophische Orthodoxie. Ebenso wie Platons Akademie verstand sich der Peripatos als eine undogmatische gelehrte Einrichtung, in der ganz unterschiedliche Forschungsinteressen gepflegt werden konnten und die für stark divergierende Thesenbildungen offen blieb. Eine Systematisierung oder Apologetik aristotelischer Meinungen bildete keinen zentralen Inhalt der peripatetischen Schultätigkeit. Charakteristisch für den nach-aristotelischen Peripatos ist eher die Verselbständigung der empirischen Fachwissenschaften — besonders der Botanik und der Physiologie. Dabei bestand die Tendenz, platonisierende Elemente, wie es sie bei Aristoteles selbst in großem Umfang gab, durch stärker naturalistische Begriffe und Methoden zu ersetzen.1
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