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»Nun freilich, ich bin auch kein Musikgelehrter!« — mit diesen Worten kommentierte Clara Schumann süffisant in einem Brief an Brahms ihre nachhaltige Kritik an dessen Motette Es ist das Heil uns kommen her op. 29 Nr. 1 (5. Oktober 1860, Schumann-Brahms Briefe I, 330). Nicht nur Friedrich Nietzsche oder Hugo Wolf geißelten also Brahms als kompositorischen Akademiker, sondern selbst Freunde sahen in ihm gelegentlich einen ›akademischen‹ Komponisten, ja den »Musikgelehrten« schlechthin. Verknüpft war mit dem Etikett des ›Akademischen‹ sowohl bei den Kritikern als auch auf Seiten der Freunde die Frage nach dem spezifischen Verhältnis von Brahms zur Geschichte, das Clara Schumann im Falle der Motette als ästhetische Gefährdung betrachtete: Die auf den Bach-Choral folgende Fuge, in der die Choralzeilen sukzessive durchimitiert werden, erschien ihr letztlich »ungenießbar« (ebd.).
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