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Spätestens die Popkultur und ihre Autoren (von Bret Easton Ellis über Nick Hornby zur deutschen Tristesse Royal1) haben uns ins Gedächtnis gerufen, welche Macht Markennamen und Labels in der modernen Gesellschaft haben können. Die jüngste Aufregung um die kanadische Journalistin Naomi Klein und ihre »Kampfschrift«2 gegen die Mode-Signets zeigt, daß die Positionen dabei bisweilen bizarr oszillieren. Kleins eingängigen Buchtitel No Logo!3 liest man heute genauso wie ›CK‹, ›Gap‹ oder ›Nike‹ als Schriftzug auf der Kleidung der Heranwachsenden; und das ›No Logo‹-Logo hat dort längst einen ähnlichen Identifikationswert erhalten wie die Designer-Labels und die Schriftzüge der Sportartikelhersteller. Die Autorin des Bestsellers wurde quasi über Nacht zum neuen Popstar: die Süddeutsche nennt sie eine »Ikone der Globalisierungsgegner«, in englischen Zeitungen wird sie als »einflussreichste Person der Welt unter 35« gehandelt.4 Der Pop-Diskurs um Markennamen und Logos sensibilisiert für die Wirkung von Etiketten im Bereich der Kultur; er nutzt Autor-Labels und symbolisch verstandene Logos für öffentliche Auseinandersetzungen unter ökonomischen und kulturellen Vorzeichen. So stehen die Modenamen ›Gucci‹ und ›Prada‹ — im Popdiskurs — nicht nur für Kleidungstile, sondern für gänzlich differente Welthaltungen.
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