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Zusammenfassung Die Studie identifiziert in den soziologischen Sozialitätstheorien eine fraktale Distinktion: Auf der einen Seite der Unterscheidung stehen optisch-visuell geführte Sozialtheorien und Forschungsprogramme (Simmel, Goffman, neuere interaktionistische Forschungen), die andere Seite fokussiert auf Sprache (Mead, Luhmann). Der Beitrag plädiert für eine Resymmetrisierung von Bildlichkeit und Sprachlichkeit im Aufbau soziologischer Theoriebildung. Er widmet sich dem Problem der Konstruktion der Bildlichkeit als soziales Faktum, dessen welterzeugendes Potenzial - so die These - sich im rekursiven Gebrauch visueller Formen erschließt. Es wird eine Sichtung von Theoriebeständen und interdisziplinären Forschungsresultaten vorgenommen. Die daraus resultierenden Vorschläge lauten erstens - mit Rekurs auf Medientheorien (die Überbrückung der Alter-Ego-Divergenz und die Medium-Form- Theorie) - Bildlichkeit als eine Form im Medium der Visualität aufzufassen. Bildlichkeit und Sprachlichkeit werden dabei weder als durch einander ersetzbare noch als völlig autonome Modi verstanden. Zweitens kann Bildlichkeit - mit Rekurs auf und in Modifikation von Husserls Überlegungen zum »Bildbewußtseins« - als eine dreistellige, artefaktabhängige, vom Wahrnehmungsmodus unterschiedene genuin soziale Sinnform analysiert werden; drittens werden Verweislogiken immanenter und instruktiver Bildlichkeit unterschieden. Die Studie schließt mit Beispielen instruktiver Bildlichkeit aus Neuroradiologie und Ökonomie.
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