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Im Frühling dieses Jahres1, in dem die Musikwelt der 150. Wiederkehr des Todestages von Franz Schubert gedachte, brachte eine neuerliche Untersuchung der in Wien liegenden Manuskripte des Komponisten eine Sensation. Lang war bekannt, daß sich in den Beständen der Wiener Stadt- und Landesbibliothek ein Skizzenbündel mit sinfonischen Entwürfen befand. Da auf dessen erster Seite von Schuberts Hand das Datum »Mai 1818« eingetragen steht und alle Satzentwürfe sich auf D-Dur als Grundtonart beziehen ließen, schien es sich hier um Skizzen für eine Sinfonie in D-Dur zu handeln, um eine siebente, die zeitlich unmittelbar an die Reihe der ersten sechs Sinfonien anschließt. Aufgrund der eigenhändigen, irrtümlich für das ganze Konvolut in Anspruch genommenen Datierung2 stellte dieses sich als musikalisches Notizbuch eines noch nicht Einundzwanzigjährigen dar, etwa zwei Jahre vor dem Beginn jener Periode liegend, da ein neues kritisch-individuelles Selbstbewußtsein ihm das Fortfahren auf vorgebahnten Wegen verbot und Schubert jahrelang, nicht zuletzt in Krisen, Fehlschlägen und Fragmenten, eine eigene Sprache zu finden und zu definieren versuchte. Eindrucksvolles Zeugnis hiervon geben nicht zufällig auch Werke, die uns in besonderer Weise teuer sind, wie der Quartettsatz in c-Moll oder die unvollendete Sinfonie in h-Moll.
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