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Alberto Moravia hat an die dreisig Romane verfast. Weshalb werden hier gerade Die Gleichgultigen (Gli Indifferenti) zum Gegenstand einer ausfuhrlichen Analyse gemacht? Die Wahl von Moravias Jugendroman, der im Jahre 1929 erschien, als der Autor kaum zwanzig Jahre alt war, kann zunachst mit einem Hinweis auf den Modellcharakter dieses Textes plausibel gemacht werden. Denn nahezu alle spateren Arbeiten Moravias gehen von der Problematik des ersten Romans aus, greifen dessen Hauptthemen wieder auf, erweitern sie und gestalten sie um. Literaturkritiker haben haufig auf diese Tatsache hingewiesen. Moravia-Kenner wie Alfonsi, Limentani oder Sanguineti haben sich immer wieder mit ihr befast und wurden dem Romancier wahrscheinlich recht geben, wenn er in einem Gesprach uber seine eigene Entwicklung sagt: »Mein ganzes spateres Werk war bereits in meinem ersten Roman, Die Gleichgultigen, angelegt.« [1] Nur im Zusammenhang mit der besonderen Struktur der Gleichgultigen konnen der »falsche Ehrgeiz« in Le Ambizioni sbagliate, die »Langeweile» in La Noia und der »Konformismus« in Il Conformista, einem im Jahre 1951 erschienenen Roman uber den Faschismus, erklart werden.
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