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Die Dames des Roches, zwei französische Dichterinnen und Gelehrte des 16. Jahrhunderts, bestätigen scheinbar die Vorstellung von der Renaissance als einer Zeit, in der Frauen einen sehr weitgehenden Zugang zur Bildung und zum kulturellen Leben erhielten. Bei genauer Lektüre ihrer Texte wird jedoch deutlich, wie schwierig und außergewöhnlich diese Teilhabe war. Die Erkenntnis, als in zwar bescheidenem Rahmen, aber dennoch öffentlich agierende Frauen ständig der Gefahr des Ehrverlustes ausgeliefert zu sein, setzten die Dames des Roches in eine engagierte Verteidigung der Würde des weiblichen Geschlechts um, mit der sie sich an der Querelle des Femmes ihrer Zeit beteiligten. Damit ging die Forderung nach einer unbegrenzten und nicht zweckgebundenen weiblichen Bildung einher. Nach einer kurzen Einführung in Leben und Werk der beiden Autorinnen und einigen Hinweisen zu ihrer Rezeption widmet sich der folgende Beitrag zunächst der von der Mutter Madeleine entwickelten Bildungskonzeption. Anschließend werden drei Texte der Tochter Catherine vorgestellt und die darin enthaltene literarische Gestaltung der Forderung nach weiblicher Bildung und Autonomie untersucht.
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