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An den Anfang seiner den eigenen Lebensweg resümierenden Autobiographie Wollen und Wirken von 1935 stellt Guido Adler eine bekenntnishafte Erklärung. Sie lautet: Meine Religion besteht in der Ehrfurcht vor Gott, der Achtung jeder Konfession, sofern sie moralischen Gesetzen, ethischen Normen entspricht, in der Nächstenliebe, in der Liebe zur Natur, in der Schätzung jeder Nation, in der Hingabe an die Nation, der ich nach Geburt und Kultur angehöre, an das Vaterland, die Heimat, ferner in der Verurteilung jeder nationalen Selbstüberhebung, in der Hochschätzung jedweder Arbeit im Dienste der Menschheit, sowie von Kunst und Wissenschaft. In der Zurückweisung des Egoismus jedweder Art, in dem Bestreben nach Selbsterhaltung mit besonderem Hinblick auf die Gesundheit, ferner im Ertragen der Übel und Widrigkeiten des täglichen Lebens, in Pflege des Familiensinnes, besonders mit Rücksicht auf die Verpflichtungen als diligens pater familias, in Befolgung der gesunden staatlichen Vorschriften und Erfüllung ihrer Erfordernisse, in Hingabe an Freundschaft, in möglichster Nachsicht gegenüber Feindseligkeiten und Feindschaften, mit Hoffnung auf Nachsicht gegenüber meinen Schwächen, ferner in dem Streben nach Wahrheit in Leben und Wissenschaft, in Vermeidung jedweden Aberglaubens, in treuer Erfüllung aller reellen Pflichten — dies alles zur Stärkung und Hebung der Lebensfreude und Heiterkeit. Endlich Furchtlosigkeit vor dem Tode, Mut und Kraft in allen Lebenslagen, Charakterstärke und Weichheit.
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