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Zu den Bettelorden zählen im Mittelalter die Franziskaner, Dominikaner, Karmeliten (seit 1245), Augustiner-Eremiten (seit 1256) und Serviten (seit 1425). In Verbindung mit der deutschen Predigt aber werden vorwiegend nur die Orden des Hl. Franziskus und des Hl. Dominikus gebracht. »Als Blütezeit der mittelalterlichen Predigt«, schreibt Kurt Ruh, »(hat) die Zeit der neuen Orden nach 1200 zu gelten, also der Franziskaner und Dominikaner, die ja im Gegensatz zu den alten Orden in die Welt hinein wirken wollten, wozu die Predigt das herausragende Mittel ist […] Um 1240 beginnt die Predigttätigkeit Bertholds von Regensburg, in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstehen die St. Georgener Predigten, am Ende die Schwarzwälder Predigten, die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts bringt mit Meister Eckhart, Johannes Tauler und vielen anderen die mystische Predigtweise hervor«.1 Wenn Kurt Ruh Geiler von Kayserberg, der am 10. 3. 1510 starb, als »die letzte große Predigergestalt des deutschen Mittelalters«2 bezeichnet und damit den Augustiner-Eremiten Martin Luther3 aus dem Kreis der mittelalterlichen Prediger ausschließt, obwohl dieser selbst bekennt, in seiner frühen Zeit ganz der ›scholastischen‹ Predigttradition verpflichtet gewesen zu sein4, dann ist dies ein Indiz dafür, wie fremd es der literaturgeschichtlichen Betrachtungsweise ist, innerhalb der deutschen Predigtliteratur die Predigten der Mendikanten in Unterscheidung zu anderen Orden und zum Weltklerus als Einheit zu sehen.
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