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Komponieren geschieht nicht voraussetzungslos. Kompositorisches Denken entspringt nicht einfach einem genialen Kopf, sondern speist sich aus vielen Quellen. Autodidaktische Studien, erste improvisatorisch gewonnene Versuche, in denen sich die frühe musikalische Prägung widerspiegelt, handwerklich Erlerntes, Experimentierlust, Freundesrat, die Begegnung mit fremden Werken, Aufführungserfahrungen, kritische Selbstreflexion, öffentliche Resonanz und Kritik und nicht zuletzt ein unerklärbarer Rest schöpferischer Begabung halten die Dynamik des Schaffens in veränderlichem Fluß. Jeder Versuch, Einzelmomente daraus zu isolieren, um sie zu untersuchen, destruiert zwangsläufig diese Dynamik. Der Reichtum an verfügbaren Quellen (Notenhandschriften, Korrekturfahnen, Originalausgaben und Selbstaussagen wie Tagebuchaufzeichnungen, Notizbücher, Arbeitsjournale, Briefe, aber auch kompositionsästhetische Reflexionen, wie sie sich in Schumanns schriftstellerischer Hinterlassenschaft niederschlagen) liefern zwar eine im Falle Schumanns einzigartig günstige Basis, um seine Schaffensweise zu erforschen, aber sie bedürfen bei jeder werkbezogenen Korrelation einer kritischen Wertung.
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