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Burckhardt betrachtet die Weltgeschichte weder mit den Vorurteilen eines Philosophen, noch mit denen eines Historikers, sondern mit dem unbefangenen Blick eines philosophisch besonnenen Beobachters, als Mensch, aber nicht als Denker, wenngleich als ein denkender Mensch, dessen Vorurteile den Vorzug haben, allgemein menschlicher Natur zu sein. Primar interessieren ihn nicht die antiquarischen »Tatsachen« der Historie und noch weniger die »Ideen« der Philosophie, sondern das ernste Schauspiel menschlicher Geschicke, wie es nach Burckhardts Worten »immer war, ist und sein wird«. Von der Philosophie uberhaupt und von der Geschichtsphilosophie insbesondere dachte Burckhardt gering. Er schreibt an den Studenten Brenner: »Wenn Sie philosophieren, so hore ich zu, bis es voruber ist, wie in einer Predigt, und sage nichts dazu. Ich habe uberhaupt nichts mehr gegen diese Art von Zeitvertreib einzuwenden, wenn Sie nur Eins versprechen wollen, namlich in den Momenten philosophischen Hochgefuhls […] jedesmal dreimal im Stillen zu sagen: ›Und ich bin doch nur ein armer Tropf gegenuber den Machten der auseren Welt.‹ — ›Und dieses Alles wiegt doch keinen Gran realer Anschauung und Empfindung auf.‹ — ›Und die Personlichkeit ist doch das Hochste, was es gibt.
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