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Wir verstehen hier unter Philosophie eine Folge von Wissenschaften, die weder zu den Naturwissenschaften noch zu den Geisteswissenschaften gehören, aber für den Aufbau beider unerläßlich sind. Sie untersuchen Grundlagen, Gegenstandsbereich und Zusammenhang positiver Wissenschaften wie Mathematik, Physik, Biologie, Literaturgeschichte, Jurisprudenz usw. Wir rechnen insbesondere Logik, Erkenntnistheorie, Wissenschaftstheorie, Ontologie, Metaphysik zu solchen philosophischen Wissenschaften. An und für sich haben sie keinen selbständigen Gegenstand; sie bekommen ihn vielmehr von den positiven Wissenschaften genannter Art geliefert, bilden ihn um, transponieren ihn auf ihre Ebene, beschäftigen sich mit Merkmalen, über deren Zutreffen oder Nichtzutreffen Verfahrensweisen nichtphilosophischer Wissenschaften keine Entscheidung haben. Philosophische Wissenschaften sprechen also genau genommen ausnahmslos über nichtphilosophische, positive, eigentliche Wissenschaften; ohne sie sind sie sozusagen »leer«. Philosophische Wissenschaften sind also Meta-Wissenschaften. Tatsächlich rechnen wir auch Metaphysik und Metamathematik dazu; in einem gewissen Sinne entsprechen sowohl die aristotelische Metaphysik als auch die hilbertsche Metamathematik dem vorstehend angedeuteten Begriff der philosophischen Wissenschaften.
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