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Diskurses und der wissenschaftlichen Auseinandersetzung in der Geographie avanciert (z. B. Winter 2003; McDonagh 2014). Einhergehend mit den Konzepten „Slow food“, „Bio“ und „Nachhaltigkeit“ hat Essen wieder eine grosere Bedeutung fur viele Konsumenten erlangt. Schlieslich bietet die Wahl von Lebensmitteln auch einen Weg, den eigenen Lebensstil oder die Lebenseinstellung auszudrucken und sich von anderen zu unterscheiden bzw. abzugrenzen (z. B. Bell und Valentine 1997). Wein ist dafur ein gutes Beispiel, denn er ist zugleich ein internationales Statussymbol und ein Mas fur die kulturelle und soziale Reputation des Konsumenten (Mason und O’Mahony 2007). Wein ist ein Nahrungsmittel, bei dem die geographischen Voraussetzungen eine entscheidende Rolle spielen. Dies gilt fur die Produktion der Trauben, die Weinbereitung, die Vermarktung, den Konsum von Wein und seine touristische Inwertsetzung. Die als „Terroir“ bezeichneten feinen regionalen Unterschiede tragen bei positiver Konnotation zu einem regionalen „Branding“ nicht nur des Weins, sondern auch der (Tourismus-)Region bei (Job und Murphy 1999). Wein ist aber auch ein mit Bedeutung aufgeladenes Produkt, bei dem sich romantisierende Geschichten und „Images“ mit modernem Marketing verbinden (Mason und O’Mahony 2007). Der Weinbau macht sich diesen Trend zunutze und pflegt die Bilder einer handwerklichen und traditionellen Produktion (Overton und Murray 2013). Gleichzeitig sind Essen und Wein integrale Bestandteile des Tourismus geworden; viele Destinationen vermarkten sich uber kulinarische Besonderheiten oder das Angebot beispielsweise pramierter Restaurants. Dahinter steckt das Ziel, die regionalen Wertschopfungsketten zu verlangern. Eine enge Verknupfung von Wein und Tourismus uber die Regionalitat ist daher naheliegend (Hall et al. 2011b) und verspricht positive Auswirkungen auf die Regionalentwicklung. Die mit dem Reisemotiv Weinbaulandschaft (Abb. 1) Der Beitrag befasst sich mit den aktuellen Herausforderungen, denen sich der Weintourismus im Moseltal stellen muss, sowie mit der wechselseitigen Abhangigkeit von Weinbau und Weintourismus in einem sich verscharfenden touristischen Wettbewerb. Trotz steigender Ankunftsund Ubernachtungszahlen sind Defizite im touristischen Produkt erkennbar. Diesen sollte in Anbetracht einer sich wandelnden Nachfrageund Konsumstruktur rasch begegnet werden, um negative Konsequenzen fur die Regionalentwicklung zu verhindern. Der Beitrag basiert auf Expertengesprachen mit Stakeholdern im Moseltal sowie einer Auswertung von Literatur, Internetauftritten und Statistiken. Die zentralen aktuellen Herausforderungen fur den Weintourismus werden dargestellt und einige Losungsansatze prasentiert. Die wichtigsten Aufgaben bestehen darin, die Kulturlandschaft zu erhalten, den Modernisierungsstau im Gastgewerbe zu beseitigen, die ausgepragte Saisonalitat abzumildern und die Defizite im Online-Marketing abzubauen.
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