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Fünfzig Jahre nach der Uraufführung der „Danton“-Oper fand in Berlin eine Büchner-Erkundung völlig anderer Art statt. So anders, daß man sich scheut, den Begriff des Kontrastes anzuwenden (der doch Vergleichbares voraussetzt, auch wenn es noch so rudimentär geworden ist). In „Stimme allein“ von Beat Furrer hat sich der kompositorische Umgang mit Georg Büchner vollkommen gewandelt. Sprache erscheint hier nicht nur fragmentiert, sondern seziert, in der Intimität ihres phonetisch-semantischen Sensoriums befragt. Was könnte von der überrumpelnden Wirkung des Salzburger Nachkriegstriumphs weiter entfernt sein? Furrer packt die Sprache bei ihrer Mitte: beim Laut, beim Übergang von Klingen und Nicht-Klingen, von Hauch und Ton, Vokalise und Text. Er reduziert sie auf sich selbst. Damit befreit er sie von approbierten Lösungen einer „Vertonung“ — und gewinnt sie neu: als Klangfigur.
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