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Entlang der deutsch-danischen und deutsch-niederlandischen Staatsgrenzen haben sich Bruchstellen im niederdeutschen Dialektkontinuum herausgebildet. Im vorliegenden Beitrag untersuchen wir, wie sich die Entstehung solcher Bruchstellen auf die Verstehbarkeit der dialektalen Varietaten uber die Grenze hinweg auswirkt. Auf Grundlage der Ergebnisse eines Experiments wird zu diesem Zweck das Horverstandnis niederdeutscher Worter bei danischen und niederlandischen Testpersonen aus grenznahen und grenzfernen Gebieten verglichen. Es stellt sich heraus,dass die grenznahen Testpersonen in den Nordost-Niederlanden das Niederdeutsche signifikant besser verstehen als die grenzfernen Testpersonen. In Danemark hingegen ist der Unterschied zwischen den grenznahen und grenzfernen Testpersonen nicht signifikant. Weiterhin zeigt sich, dass die niederlandischen Testpersonen mehr niederdeutsche Worter verstehen als die danischen. Auf Grundlage einer Analyse auf der Wortebene kann gezeigt werden, dass die grenznahen Testpersonen in den Niederlanden vor allem solche niederdeutschen Worter besser verstehen, die den dialektalen Varietaten des Grenzgebiets ahnlicher sind als ihren standardniederlandischen Entsprechungen. Bei den danischen Testpersonen ist das hingegen nicht der Fall. Das dialektale Kontinuum an der deutsch-niederlandischen Grenze scheint somit noch erhalten zu sein, wahrend es an der deutsch-danischen Grenze bereits stark geschwacht ist.
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