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Die Mutterschaftspolitik und die Frauen in ihrer Rolle als StaatsbürgerinnenDer Feminismus -als Politik und Wissenschaft -erscheint häufig in zwei Lager gespalten: die Verfechterinnen der Gleichheit auf der einen und die Verfechterinnen der sexuellen Differenz auf der anderen Seite.Einige Feministinnen werden so verstanden, daß sie Gleichheit im Sinn von identischer Behandlung von Frauen und Männern fordern, und andere so, daß sie die unterscheidenden Charakteristika und Aktivitäten von Frauen besonders beachtet wissen wollen.Und es stellt sich heraus, daß Frauen gezwungen sind und immer gezwungen waren, zwischen den beiden zu wählen.Wie Joan Scott angemerkt hat, strukturieren Gleichheit und Differenz, wenn sie dichotomisch gepaart erscheinen, die Unmöglichkeit einer Wahl.Wer sich für Gleichheit entscheidet, muß die Vorstellung akzeptieren, daß Differenz sich antithetisch dazu verhält.Wer sich für Differenz entscheidet, gibt zu, daß Gleichheit unerreichbar ist 1 Diese Wahrnehmung der unvereinbaren Beziehung zwischen »Gleichheit« und »Differenz« ist nicht nur auf die USA beschränkt, aber eine extrem individualistisch geprägte politische Kultur, die während langer Zeiträume mit einem konservativen Obersten Gerichtshof einherging, hatte zur Folge, daß sich die Wahl zwischen Gleichheit und Differenz in den Staaten schärfer stellt als, sagen wir, in Großbritannien oder Australien.Eines der jüngsten Beispiele ist das Urteil im Fall Sears, in welchem die Behauptimg der Kommission für Chancengleichheit (Equal Employment Opportunity Commission), daß das Übergewicht von Männern im Provisionsgeschäft aus der Diskriminierung von weiblichen Arbeitskräften resultiere, zurückgewiesen wurde zugunsten des Arguments von Sears und Roebuck, daß dieses Übergewicht die Folge von Unterschieden in den Interessen und Willensentscheidungen von Frauen und Männern sei. 2 Eine verbreitete Interpretation der Geschichte des Frauenkampfes für das Bürgerrecht und vor allem für das Wahlrecht besagt, daß es nur ein Kampf um Gleichheit war, für die Ausdehnung der »Menschen-und Bürgerrechte« auf die Frauen.Diese Anschauung versteht die Art und Weise, in der unsere Vorgängerinnen für das Bürgerrecht gekämpft haben, falsch.Spätestens ab 1792, als Mary Wollstonecrafts A Vindication of the Rights ofWomen veröffentlicht wurde, haben die Frauen sowohl gleiche bürgerliche wie politische Rechte gefordert, und ebenso sollte ihre Differenz zum Manne in ihrer Rolle als Staatsbürgerinnen anerkannt Feministische Studien 1/92
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