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AuszugDie Auseinandersetzung mit der Figur des Schamanen steht in einer langen europäischen Tradition und bildete bereits in der Aufklärung und Romantik ein beachtetes intellektuelles und literarisches Thema. Das Thema diente vor allem der Abgrenzung und bildete die Kontrastfolie zur europäisch geprägten Kultur — und zwar in zwei Richtungen: Der Schamane wurde einerseits pathologisiert und galt schließlich unter der psychiatrischen Perspektive des frühen 20. Jahrhunderts als „arktischer Hysteriker“ (vgl. ), als ein Symbol für Irrationalität, Wildnis und Unwirtlichkeit einer rauen Natur. Andererseits wurde er in positiver Abgrenzung als der „edle Wilde“ gesehen, der in einem ursprünglichen Kontakt zur Natur steht und nicht den degenerativen Einflüssen der Zivilisation unterliegt (vgl. ). Dieses widersprüchliche Schamanen-Imago hat bis heute nichts von seiner Kraft verloren, die Faszination scheint ungebrochen zu sein.
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