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Trotz vielfältiger Bemühungen der Sport- und Bewegungsförderung bestehen nach wie vor soziale Ungleichheiten hinsichtlich der Sportbeteiligung der Schweizer Bevölkerung. Insbesondere die Ausstiegsraten im Jugendalter bzw. jungen Erwachsenenalter sind relativ hoch. Weiterhin stellt sich die Frage nach den Ursachen für die relativ deutlichen sprachregionalen Unterschiede hinsichtlich der Sportpartizipation (z.B. Lamprecht, Fischer, & Stamm, 2014). Zur Analyse dieses Phänomens erscheint die isolierte Betrachtung individueller Merkmale nicht ausreichend zu sein, sondern auch kulturell geprägte Wertvorstellungen und sportbezogene Strukturbedingungen im kommunalen Kontext (z.B. Anzahl und Vielfalt an Sportangeboten) sind in den Fokus zu rücken. In Anbetracht der diesbezüglich defizitären Forschungslage beschäftigt sich das geplante Forschungsprojekt mit der Frage, inwieweit sportbezogene Strukturbedingungen auf lokaler Ebene und kulturell geprägte Wertvorstellungen für die Sportpartizipation Jugendlicher und junger Erwachsener von Bedeutung sind. Zur theoriegeleiteten Systematisierung möglicher sportbezogener Strukturbedingungen sowie zur theoretischen Konzeptualisierung kulturell geprägter Faktoren wird ein akteurtheoretischer Zugang (Schimank, 2010) gewählt. Sportbezogene Kontextbedingungen werden als Gelegenheitsstruktur, als kultureller sowie sozialer Bezugsrahmen betrachtet, die Anreize schaffen und zu Parametern individuellen sportiven Handelns werden können. Die sportbezogenen Strukturbedingungen auf kommunaler Ebene werden als Erwartungsstrukturen und die kulturell geprägten Faktoren (z.B. Sportverständnis, Stellenwert des Sports) auf der Basis des Habituskonzepts von Bourdieu (1979) als Deutungsstrukturen konzeptualisiert. Zur Entwicklung der erforderlichen Erhebungsinstrumente wurde eine Vorstudie in den Gemeinden Hünenberg (Zug) und Marly (Fribourg) durchgeführt. In der Hauptstudie wurden systematisch Gemeinden aus der Deutsch- und Westschweiz (n = 36) ausgewählt, um Individualdaten anhand der Befragung Jugendlicher und junger Erwachsener (Alter 15-30 Jahre) zu erheben. Zudem wurden die sportbezogenen Strukturbedingungen durch Vertreter der Gemeindeverwaltung sowie der Sportanbieter und durch Dokumentenanalysen differenziert erfasst. Die Ergebnisse geben Aufschluss, inwieweit strukturelle und kulturell geprägte Faktoren auf kommunaler Ebene eine Rolle für das Sport- und Bewegungsverhalten Jugendlicher und junger Erwachsener spielen. Damit wird eine Wissensgrundlage für die Weiterentwicklung von Massnahmen der (kommunalen) Sportförderung geschaffen.
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