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Die Beschäftigung mit Nicht-Regierungsorganisationen (NRO) gehört zu den neueren Themen von Entwicklungspolitik und Entwicklungsforschung. In der Entwicklungspolitik werden unter NRO vor allem nicht-staatliche gemeinnützige Wohlfahrts- und Entwicklungsorganisationen verstanden1. Die aktuelle „Konjunktur“ dieses Organisationstyps geht nicht wie verschiedentlich vermutet (Anheier 1987: 183, Cernea 1988: 5 f., Fowler 1989: 8) auf einen steigenden Umfang der Aktivitäten zurück, der Anteil der NRO an den Mitteln der Entwicklungshilfe pendelte in den letzten zwanzig Jahre immer zwischen 11,5% und 14,4% (Neubert 1994: Tab. 1.1). Die wachsende Aufmerksamkeit gegenüber NRO und deren steigende Wertschätzung sind vielmehr Folge der allgemeinen Enttäuschung über die Rolle des Staates als Entwicklungsagentur. In seltener Einigkeit werden die NRO etwa seit Mitte der achtziger Jahre von recht unterschiedlichen Kräften zum Hoffnungsträger der Entwicklungspolitik stilisiert2, wenn auch mit unterschiedlichen Motiven. Linke Kritiker der Entwicklungspolitik erhoffen sich „Die Revolution der Barfüßigen“ (Schneider 1986), einen neuen Entwicklungsschub „von unten“. Für Vertreter einer neo-liberalen Wirtschaftspolitik fügt sich die Stärkung der NRO ein in ein Gesamtprogramm der Entstaatlichung der Gesellschaft und des Rückzuges des Staates aus der Verantwortung für die Bewältigung sozialer Risiken, wie es im Rahmen der von Weltbank und internationalem Währungsfond propagierten Strukturanpassungsmaßnahmen vollzogen werden soll.
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