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Bittet man Konsumenten zu schatzen, wie viele Kalorien ein Hamburger und ein Salat zusammen haben, liegt die Schatzung tiefer als wenn man sie bittet zu schatzen, wie viele Kalorien ein Hamburger alleine hat. Dies nennt man das Diat-Paradox. Wir zeigen in Studien mit Studierenden und einer Studie mit Anlegern, dass es bei der Einschatzung des Risikos von strukturierten Finanzprodukten zu einem ahnlichen Effekt kommen kann. Eine wichtige Gruppe der strukturierten Finanzprodukte bilden „barrier reverse convertibles“. Diese basieren typischerweise auf einer oder auf drei Aktien. Der Besitzer von barrier reverse convertibles erhalt eine attraktive Auszahlung (Coupon) sofern die Kursverluste der Aktien ein bestimmtes Ausmass (Barriere) in einer fest definierten Laufzeit nicht uberschreiten. Fallen jedoch die Kursverluste einer der Aktien starker aus, riskiert der Besitzer Geld zu verlieren. Unsichere (hoch volatile) Aktien erhohen dieses Risiko. Ahnlich wie beim Diat-Paradox schatzten Personen die Wahrscheinlichkeit, dass die Barriere durchbrochen wird, bei einem Produkt mit einer unsicheren und zwei relativ sicheren Aktien niedriger ein als bei einem Produkt mit einer einzigen unsicheren Aktie. Die Hinzunahme der sicheren Aktien mindert demnach die Risikoeinschatzung, obwohl das Risiko definitiv steigt. Dieser Effekt lasst sich nicht mit der generellen Schwierigkeit erklaren, Wahrscheinlichkeiten miteinander zu verbinden (conjunction fallacy).
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