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FragestellungWenn es bei der deutschen Vereinigung 1990 hieß "Ein Staat -zwei Gesellschaften", so galt das ganz besonders für die Geschlechterverhältnisse.Den Frauen aus Ostdeutschland wurde Anfang der 1990er Jahre ein "Gleichstellungsvorsprung" gegenüber westdeutschen Frauen attestiert (Geißler 1993).Zum einen, weil im Osten mehrheitlich andere Geschlechterarrangements gelebt wurden als im Westen.Der Übergang hin zu neuen Leitbildern und Geschlechterrollen jenseits des männlichen Ernährermodells (Leitner et al. 2004) hat im Osten Deutschlands bereits mehr als eine Generation früher begonnen.Deswegen verstanden sich Frauen beider Teile Deutschlands bezüglich ihrer Lebensentwürfe und Auffassungen zu Arbeit und Familie oftmals kaum, die Rede war von "Stiefschwestern" (Rohnstock 1994).Zum anderen hatte sich im Osten Deutschlands auch die Geschlechterhierarchie etwas abgeflacht (Dölling 2005). 1 Das zeigen Kenngrößen wie Erwerbsquoten, Arbeitszeitdifferenzen und Gender Pay Gap (geschlechtsspezifische Lohnungleichheit), die zur Messung der Gleichstellung herangezogen werden (EC 2009; Bothfeld et al. 2005).Damit wurde auch die soziale Ungleichheit zwischen den Geschlechtern etwas abgebaut.Jahrelang sind immer wieder Befürchtungen geäußert worden, dass es infolge des Transformationsprozesses, dessen soziale Kosten auch viele Frauen zu tragen hatten und haben, sowie durch den Institutionentransfer bei der deutschen Vereinigung zu einer Re-Traditionalisierung der Ge-
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