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Zusammenfassung Im Juli 2016 wies China einen Schiedsspruch des Internationalen Schiedshofs in Den Haag zurück, der den chinesischen „historischen“ Anspruch auf Riffe und Felsen im Südchinesischen Meer als nicht mit dem Völkerrecht vereinbar erklärte. Umfangreiche chinesische Landgewinnungsprojekte, die seit 2013 in den Spratly- und Paracel-Inselgruppen begannen, und die anschließende Militarisierung dieser künstlichen Inseln hatten zuvor bereits internationale Kritik auf den Plan gerufen und die gleichfalls Anspruch erhebenden Nachbarstaaten alarmiert. Viele Analysen haben seither versucht, Chinas kompromissloses Verhalten unter Rückgriff auf die historische, symbolische oder wirtschaftliche Bedeutung des Südchinesischen Meeres für die chinesische Gesamtstrategie zu erklären. In diesem Aufsatz werden hingegen einige häufig übersehene militärstrategische Faktoren beleuchtet. Diese deuten darauf hin, dass China einen kohärenten Ansatz verfolgt, um jederzeit ein umfassendes Echtzeit-Lagebild in einem Seegebiet zu schaffen, das aufgrund mehrerer kritischer Militäreinrichtungen auf der Insel Hainan einen Schlüsselfaktor für die militärische Modernisierung und die nukleare Abschreckungsstrategie Chinas darstellt.
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