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Angesichts der kraftvollen, eigensinnigen und selbstorganisierten Initiativen wahrend des »Langen Sommers der Migration« 2015 versagten die wesentlichen europaischen Mechanismen, die auf Abwehr, Selektion und Kontrolle der Fluchtlinge zielen. Die Migrant*innen haben das rigide Europaische Grenzsystem an den Rand des Zusammenbruchs gebracht, womit dessen Krise, die sich bereits seit 2011 abzeichnete, ihren vorlaufigen Hohepunkt erreichte. Der Band setzt sich in rund 20 Beitragen mit der anhaltenden Migration nach Europa und den Politiken der Kontrolle und Regulierung auseinander. Die Autor*innen rekonstruieren die Migrationen des letzten Sommers, nehmen die Kampfe an den Hotspots der Auseinandersetzungen in den Fokus, stellen Unterstutzungsinitiativen wie »Alarm-Phone«, »Infobus« oder »Watch the Med« vor und untersuchen die neuen Tendenzen der europaischen Migrations-, Fluchtlings- und Grenzpolitik anhand unterschiedlicher Lander. Und naturlich werfen sie dabei immer auch einen Blick uber die Grenzen Europas hinaus. Diskutiert wird auch die Bereitschaft groser Teile der hiesigen Bevolkerung, den Gefluchteten in praktischer Solidaritat zur Seite zu stehen, wahrend in verbluffender Gleichzeitigkeit rassistische Stereotypien mobilisiert und die Aufenthaltsbedingungen der Gefluchteten staatlicherseits noch einmal verscharft werden.
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