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Entgegen der in der Literatur verbreiteten These, der zufolge Nebenfolgen Neuer Steuerung nur oder vor allem unter Bedingungen von "high-stakes accountability" zu beobachten seien, zeigt die Auswertung der qualitativen Erhebung des BMBF-Projekts "Nicht-intendierte Effekte Neuer Steuerung im Schulsystem" (Nefo), dass Schulleiter/innen und Lehrer/innen in vier deutschen Bundesländern auch unter Bedingungen von "no-stakes" oder "low-stakes" über ein breites Spektrum von Nebenfolgen berichten. Der Beitrag stellt einen Erklärungsansatz für die Genese von Nebenfolgen zur Diskussion. Nach der Erläuterung der hierfür relevanten methodologischen und methodischen Grundlagen (1) wird das dem Projekt zugrunde liegende Verständnis von "Nebenfolgen" vorgestellt sowie eine erweiterte und differenzierte Phänomenologie von Nebenfolgen, die sich auf Befunde der qualitativen Untersuchung des Projekts stützt (2). Im Hauptteil des Beitrags werden dann exemplarisch zwei kontrastive "Reformrezeptionstypen" und ihr Umgang mit neuen Steuerungsinstrumenten vorgestellt (3). Dabei wird herausgearbeitet, dass die Reformrezeptionstypen gegenüber der Neuen Steuerung unterschiedliche Relevanzstrukturen aufweisen und zugleich eine unterschiedliche Sensibilität gegenüber der Nebenfolgenproblematik zeigen. Dies führt zu zwei Hypothesen: Erstens scheinen die Reformrezeptionstypen einen je unterschiedlichen Beitrag zur Entstehung von Nebenfolgen zu leisten und zweitens honorieren die Anreizstrukturen der Neuen Steuerung nicht alle Reformrezeptionstypen gleichermaßen. Die abschließende Diskussion führt Differenzierungen hinsichtlich der Rede von "stakes" ein und betrachtet Reformrezeptionstypen in der Zeitdimension (4). (DIPF/Orig.)
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