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Der Mediziner Rudolf Virchow (1821-1902) ist nicht nur durch seine Tatigkeit als der bedeutendste deutsche Lehrstuhlinhaber fur das in der zweiten Halfte des 19. Jahrhunderts an den Universitaten etablierte Fachgebiet Pathologische Anatomie bekannt geworden, sondern mindestens ebenso durch seine weiteren Aktivitaten. Zu diesen gehorten sowohl das Bemuhen um eine Reform der gesamten Medizin, die Virchow auf eine naturwissenschaftliche Grundlage stellen wollte, als auch sein politisches Engagement im linksliberalen Spektrum der Gesundheits- und Sozialpolitik, das ihn als Abgeordneten bis in den Preusischen Landtag und den Deutschen Reichstag fuhrte. Wahrend seines ganzen Lebens war Virchow aber zugleich auf mehreren Ebenen publizistisch tatig. Als stilistisch begabter Autor sowie als uberragend fleisiger Redakteur und Herausgeber fuhrte er zwei Zeitschriften zu groser Blute: Die 1848/49 erschienene Wochenschrift Die medicinische Reform diente Virchow als kampferisches Organ fur seinen Wunsch nach einer gleichzeitigen Reform der Medizin und der Gesellschaft, der in seinem Ausspruch, die Politik sei „weiter nichts als Medizin im Grosen“ kulminierte. Das 1847 gegrundete und bis heute bestehende Archiv fur Pathologische Anatomie und Physiologie und fur klinische Medicin war dem gegenuber eine Fachzeitschrift, in der alle Richtungen der naturwissenschaftlich fundierten Medizin zu Wort kamen. Zugleich nutzte Virchow auch dieses Journal mitunter fur allgemeine Reflexionen zur Theorie der Medizin sowie, speziell in den Anfangsjahren, als Buhne fur gesundheits- und sozialpolitische Grundsatzfragen. Bis zu Rudolf Virchows Tod im Jahre 1902 waren 169
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