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Der soziologische Mainstream, der im Anschluss z.B. an Max Weber nichtmenschlichen Tieren den Status sozial relevanter Akteure lange Zeit abgesprochen hat, sieht sich seit einigen Jahrzehnten zusehends mit Befunden konfrontiert, die diese humansoziologische Ausgrenzung der Tiere in Frage stellen. Der Beitrag skizziert ein Vergleichsschema, das verdeutlicht, inwiefern Mensch-Tier-Sozialität thematisierende Handlungskonzeptionen (Th. Geiger, G. H. Mead, E. Goffman, L. Irvine, B. Latour) eine diskursive Perpetuierung bzw. Überwindung dieser Ausgrenzung begünstigen. Zu diesem Zweck werden zwei Analyseoptionen miteinander verknüpft: Zum einen (a) wird gefragt, inwieweit sich die verschiedenen Ansätze mit Blick auf das Problem der anthropologischen Differenz unterscheiden: Wird die Verteilung der handlungsrelevanten Potentiale in Mensch-Tier-Interaktionen eher asymmetrisch oder eher symmetrisch gedacht? Zum anderen (b) wird untersucht, wo diese Konzeptionen in ihrer handlungsGrundausrichtung divergieren: Hier können vorwiegend „intentiona“ argumentierende den eher „relationistisch“ angelegten Zugangsweisen gegenübergestellt werden. Als Resümee ergibt sich, dass ein - die humansoziologische Tiervergessenheit überwindender – Animal Turn die Multiparadigät soziologischer Handlungskonzepte sowohl ein- wie auch herausfordert. Von daher ist zu erwarten, dass eine vertiefte sozialtheoretische Reflexion tierlichen Handelns von kritischen Re-Lektüren bereits kanonisierter soziologischer Theorie(wie z.B. der Ansätze von E. Goffman oder N. Luhmann) nicht unerheblich profitieren könnte.
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