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“Die unpolitische Frau" – dieses Diktum kennzeichnet über Jahrzehnte hinweg in vielen westlichen Demokratien einen zusammenhängenden Komplex von Befunden: Frauen äußern in Umfragen weniger Interesse an Politik sowie ein geringeres politisches Kompetenzbewusstsein und beteiligen sich weniger an Politik als Männer (Almond/Verba 1963; Barnes/Kaase et al. 1979; Jennings 1983; Cristy 1987; van Deth 1990). Neuere Arbeiten zeigen zwar eine Annäherung der Geschlechter im Niveau der Wahlbeteiligung und anderer konventioneller Formen der Partizipation sowie gelegentlich eine überproportionale Beteiligung von Frauen an unkonventioneller Einflussnahme (Falter/Schumann 1990; Molitor/ Neu 1999; Westle 2000, 2001a; Kaspar/Falter 2007), jedoch weisen Frauen nach wie vor geringeres Interesse an Politik und geringeres politisches Kompetenzgefühl auf (Bennett/ Bennett 1989; Rusciano 1992; Jelen/Wilcox 1994; Verba et al. 1997; Westle 2001b; Norris/Inglehart 2003). Dieser Befund wird meist als valide interpretiert – es gibt nichts daran zu rütteln: Frauen sind unpolitischer als Männer.
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