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AuszugKarl R. Popper wurde am 28. Juli 1902 in Wien als Sohn eines wohlhabenden, vom Judentum zum Protestantismus konvertierten Rechtsanwalts geboren. In den Armutsjahren nach dem Krieg (Poppers Familie verlor wie viele andere ihre Ersparnisse in der Inflation) näherte Popper sich marxistischen Positionen, engagierte sich kurze Zeit sogar als Kommunist. Er erlernte das Tischlerhandwerk, machte zugleich eine Lehrerausbildung und wirkte anschließend am Pädagogischen Institut. Während der Arbeit an seiner Dissertation, in der er sich mit erkenntnistheoretischen Fragen auseinandersetzte („Psychologie des Denkens und der Forschung“, 1930), stand er in gedanklichem Austausch mit Vertretern des „Wiener Kreises“, deren wissenschaftstheoretische Studien später als „logischer Empirismus“ weltweite Anerkennung fanden. Popper selbst wurde einem größeren Publikum durch eine Veröffentlichung zur „Logik der Forschung“ (1934) bekannt, in der er vorschlug, die Wissenschaftlichkeit von Aussagen von ihrer empirischen Prüfbarkeit abhängig zu machen. Durch seine scharfe Kritik am logischen Positivismus löste er Debatten aus, erhielt Einladungen zu Referaten und Vorlesungen nach England. In einem Vortrag, den er 1935 in Brüssel und — auf Einladung Friedrich August Hayeks— an der London School of Economics hielt, schlug er erstmals einen Bogen von der Erkenntniskritik zur Sozialphilosophie, indem er die Annahme eines gesetzmäßigen, unabänderlichen, zielbestimmten Geschichtsverlaufs als das „Elend des Historizismus“ charakterisierte und damit auch den Verlust des eigenen Glaubens an den „wissenschaftlichen Marxismus“ dokumentierte.
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