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Theorie liegt zurzeit nicht im Trend.Nachdenklichkeit, womöglich über Allgemeines und Abstraktes, verfällt im Kurs.Ein anstrengendes Fachbuch zu lesen -das zeigt zumindest die Erfahrung an der Hochschule -erscheint nicht selten bereits als Zumutung.Wozu also wieder einen Stapel Papier drucken lassen?Nicht, dass sich die Designpraxis so sehr zur allgemeinen Zufriedenheit verbessert hätte.Nicht, dass wir bei den neuen Entwicklungen wie z.B. Memphis bereits so klar sehen würden, dass sich Designtheorie, d. h.geregeltes Nachdenken und Reden über Design, inzwischen erübrigen würde.Eher das Gegenteil ist der Fall.Was sich allerdings in der Tat geändert hat -und dabei schließe ich mich bewusst ein -ist unsere Interessenlage.Unser Interesse an Designtheorie ist schwächer geworden.Woran liegt das?Einer allgemeinen Stimmung entsprechend war Designtheorie (auch kritische) in den 1960er Jahren getragen von der Hoffnung auf gesellschaftlichen und kulturellen Fortschritt.Dazu glaubten wir damals in erster Linie mehr Theorie zu brauchen.Dieses Ziel schien jede ›Anstrengung des Begriffs‹ wert.Heute dagegen vermag, be-oder unbewusst, keine der denkbaren Zukunftsperspektiven uns mehr so recht zu begeistern.Dazu kommen andere Gründe.Designtheorie wurde z.T. auch als Bewusstsein eines scheinbar unproduktiven Konflikts verdrängt.So konnte z.B. die Funktionalismuskritik weder theoretisch entkräftet noch durch eine im großen Maßstab veränderte Designpraxis überwunden werden.Nachgelassen hat das Interesse an Designtheorie aber auch, weil wir, gerade als Designer, die Grenzen des theoretischen, also des an (diskursive) Sprache gebundenen Denkens und Redens erfahren haben.Wir mussten zur Kenntnis nehmen, dass wissenschaftliche Sprache in unserem Fach einfach weniger nützt als z.B. in der Physik.Viele Sinn-und Gefühlsbilder im Design sind dadurch nicht ausreichend zu interpretieren oder gar in Bewegung zu bringen.Eine Reihe von Designern, die ihr Unbehagen an der üblichen Designpraxis nicht verdrängt haben, setzen daher heute weniger auf Theorie als auf den sogenannten künstlerischen Standpunkt.Ziel dabei ist es, Nachdenken und Kommunizieren über Design nicht mehr allein auf der rein verbalsprachlichen Ebene zu betreiben.Der künstlerische Standpunkt konzentriert sich stattdessen auf den bildsprachlichen Ausdruck, auf das sogenannte präsentative Symbolsystem, auf die Anwendung der Produktsprache.Nach allem, was wir z.B.seit Langer (1965), Arnheim (1972) und Lorenzer (1970, 1973) wissen, muss das nicht mit Irrationalität und Subjektivismus gleichgesetzt werden.Prinzipiell gilt hier: Auch in der künstlerischen Sinn
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