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Abstract Die Existenz Großmährens wird in die Zeit vom 9. bis zur 1. Hälfte des 10. Jahrhunderts datiert. Es erstreckte sich zwischen dem karolingischen Westen und dem slawischen „Außeneuropa“ und galt als erstes Staatsgebilde der Slawen, das die militär-aristokratische Struktur Westeuropas nachahmte. Neu entdeckte separate Bestattungen mit Waffen und Sporen lassen jedoch Zweifel an dieser Deutung aufkommen. Der besondere Bestattungsritus der hier vorgelegten Bestattungen weist zwar Ähnlichkeiten mit den separaten Friedhöfen des fränkischen grundherrschaftlichen Adels oder der freien Bauernkrieger auf, die archäologischen und bioarchäologischen Analysen erlauben in Mähren jedoch Rückschlüsse auf ein unterschiedliches soziales Phänomen, das zur Erschließung der historischen und kulturellen Spezifika dieses Raums als Schnittstelle zwischen Ost und West beitragen könnte.
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