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Betrachtet man die bisherige kommunikations- und medienwissenschaftliche Forschung zu Medien und Migration, so befasst sich diese im Kern mit der Frage, welchen Beitrag Medien als Organisationen, Inhaltsangebote bzw. Nutzungsressourcen für die gesellschaftliche Integration von ‚ethnischen Minderheiten’ in Nationalkulturen bzw. Nationalstaaten leisten können. In diesem Artikel möchte ich die These vertreten, dass eine solche Perspektive allein nicht hinreichend ist, wenn man die Aneignung von digitalen Medien in ethnischen Migrationsgemeinschaften fassen möchte. Mit ‚digitalen Medien’ bezeichne ich dabei alle Formen einer im erweiterten Sinne zu verstehenden computervermittelten Netzkommunikation, wozu neben WWW, E-Mail, Social Software/Web 2.0 und anderen Kommunikationsformen des Internets auch das Mobiltelefon zählt. Trotz ihrer Unterschiedlichkeit teilen diese die Charaktereigenschaft, dass sie einer wie auch immer gearteten kommunikativen Konnektivität bzw. Vernetzung dienen und dabei besondere Potenziale für Migrationsgemeinschaften bieten. Letztere sind als verschiedene nationale Territorien übergreifende, ethnische Vergemeinschaftsnetzwerke – kurz: als Diasporas – zu verstehen, die in ihrem ,dispersen Charakter‘ bestimmter Medien geradezu bedürfen.
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