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ZusammenfassungDie Verbindung zwischen Politik und Ästhetik, zwischen der Macht, Verbindlichkeit zu schaffen, und der Macht des Zeigens hat eine lange Geschichte. Von der repräsentativen Architektur über die Verherrlichung des Herrschers durch das Gemälde bis zum Abschreckungsritual der öffentlich zur Schau gestellten Hinrichtung läßt sich der Wille nachweisen, Anordnungen für das Sehen zu schaffen, die Denken und Handeln beeinflussen. Zum theatralischen Ereignis werden sie dann, wenn es sich um “Darstellungsaktivitäten” handelt, die “vor allem mit dem tätigen Körper und/oder seinen mediatisierten Bildern operieren” (Fiebach 1996, 9). Zwar sind theatralische Inszenierungen, wie das Avantgarde-Theater in seinen ‚ohnmächtigsten’ Experimenten zweifellos bewiesen hat, nicht zwingend an den menschlichen Körper gebunden, sondern ganz allgemein an die Vektoren Visuali-tät, Körperlichkeit, Bewegung — die Theatralität der Macht aber gründet auf der Synthese, die Politik und Herrschaft mit ganz bestimmten Konventionen der öffentlichen Inszenierung, des Vorzeigens, der demonstrativen Indienstnahme der Zeichen des menschlichen Körpers in kalkuliert gewählten Situationen und Beziehungen eingehen. Die Frage nach der Theatralität des Politischen ist also in erster Instanz die nach der Technik des Vorzeigens bewegter Körper und der Organisation des Blicks in einem öffentlich hervorgehobenen Raum, wobei unterschiedliche Zeichensysteme und Zeichenklassen zusammenwirken.
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