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Heteroglossische Raume wie etwa Schulen ergeben sich aus einer Vielzahl von sprachlichen Praktiken, Reprasentationen von Sprachen und SprecherInnen und Diskursen uber Sprachen. Angesichts des zunehmend komplexeren sprachlichen Repertoires von Sprechenden (Busch 2012) als Folge von mehrsprachigen Familien, Migrationsbewegungen und globaleren Lebensentwurfen sind Schulen mit diversifizierten Erwartungen, Beweggrunden und Motivationen konfrontiert und reagieren darauf mit spezifischen sprachenpolitischen Regelungen (Menken & Garcia 2010). Sprachliche Entscheidungen und Schulpolitik werden zu verorteten Sprachregimen, die zwischen den verschiedenen AkteurInnen (SchulerInnen, Lehrende, Schulleitung und Eltern) ausgehandelt werden. Mit Lefebvres Konzept der Produktion von sozialem Raum (1991) prasentiert diese Dissertation einen theoretisch-methodologischen Rahmen, der sich auf raumliche und sprachliche Praktiken in Schulen konzentriert um ihre Relevanz fur schulische Sprachpolitik, Lehren und Lernen zu untersuchen. Gleichzeitig wird die Bedeutung von Raumkonzepten fur die Mehrsprachigkeitsforschung und deren Herkunft bzw. Verortung in anderen Sozialwissenschaften diskutiert. Die Kombination multimodaler Methoden (Ethnographie, Interviews, Fotobefragung bzw. Fotographien, Zeichnungen, Gruppendiskussionen, etc.) wurde genutzt, um in einer zwei- bzw. mehrsprachigen Volksschule in Osterreich mit Kindern und Erwachsenen zu arbeiten und ihre Perspektiven als Forschungsbeteiligte wahrzunehmen. Diese Datentriangulation gibt Einblick in die Perzeption von raumlichen und sprachlichen Praktiken: linguistic landscapes erfullen fur manche AkteurInnen wichtige Funktionen, wahrend sie fur andere fast unsichtbar sind. Andere Praktiken werden von SchulerInnen sehr lebhaft wahrgenommen, aber erreichen kaum die Aufmerksamkeit von Lehrenden oder Eltern oder tragen sehr spezifische Bedeutungen fur bestimmte Gruppen innerhalb der Schulgemeinschaft. Die Schlussfolgerungen dieser Untersuchung zeigen die Relevanz von sprachlichen, sozialen und raumlichen Praktiken fur die Vermittlung von Sprachen in der Schule und die permanente Aushandlung von Intentionen, praktischen Raumkonstruktionen und der Aneignung von Raum durch die AkteurInnen. Die Kombination von gezielter Organisation von Sprachen in der Schule und der Moglichkeit sprachlich weitgehend ungeregelter Orte erganzen einander und sind erforderlich, um Raum fur LernerInnen und SprecherInnen zu schaffen. Ebenso wird die Bedeutung der Organisation und Verteilung von Sprachen mit einem komplexen Set von Intentionen verbunden – situiert in Diskursen, die uber Schule hinaus gehen. Die Sprachregime des Raums Schule, konstruiert aus den Praktiken, Reprasentationen und Diskursen, haben wiederum grosen Einfluss auf die Sprechenden und ihre sich entwickelnden bzw. verandernden sprachlichen Repertoires. Mit ihrem Blick auf standortspezifische Bedurfnisse erlauben diese Ergebnisse die bewusstere sprachliche und raumliche Gestaltung von Schulen und anderen Institutionen.
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