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Die politische Struktur der deutschen Medienöffentlichkeit kann nach verbreiteter Auffassung heute kaum noch auf einen griffigen Nenner gebracht werden. Die Ökonomisierung des Mediensystems lässt Kriterien und Orientierungsperspektiven an Bedeutung gewinnen, die traditionelle politische Bindungen abschwächen und die Medien in die Logik des Marktes einbeziehen. Für Robert Michels war etwa die politische Presse noch ein „gewaltiger Hebel zur Eroberung, Wahrung und Kräftigung der Herrschaft über die Masse“ (Michels 1910/1989: 125). Michels hatte dabei die frühe Sozialdemokratie mit ihrem weit verzweigten Pressewesen vor Augen. Dagegen ist die Parteipresse in den modernen Gegenwartsdemokratien nahezu bedeutungslos geworden. Sie existiert zumeist nur als Medium der Binnenkommunikation politischer Organisationen weiter, ohne dass von ihr noch weiterreichende Einflüsse auf die gesellschaftsweite politische Kommunikation erwartet würden. Darüber hinaus haben sich auch die Auffassungen über die Aufgabe des Journalismus gewandelt, da professionalisierte Konzepte einen stark advokatorischen Journalismus abgelöst haben (Schönbach/Stürzebecher 1994). An die Stelle der Parteipresse sind in den meisten westlichen Ländern so genannte „broadsheets“ getreten, die sich auf einen Nachrichtenjournalismus verpflichten, der sich auf Normen beruft, die schon zu Michels Zeiten der Herausgeber des Manchester Guardian formulierte: „At the peril of its soul it [a newspaper] must see that the supply is not tainted. Neither in what it gives, nor in what it does not give, nor in the mode of presentation, must the unclouded face of truth suffer wrong. Comment is free, but facts are sacred. ‘Propaganda’, so called, by this means is hateful. The voice of opponents no less than that of friends has a right to be heard. Comment also is justly subject to a self-imposed restraint.” (C.P.Scott, Editor, The Manchester Guardian, 5. Mai 1921).
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