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Die maßgeblich von Thomas S. Kuhn (1976: 188) aufgeworfene Frage nach der „Struktur der Gemeinschaften in den Wissenschaften“ hat die Aufmerksamkeit der Wissenschaftsforschung für Milieus (Janik/Toulmin 1984) und Schulen (Stichweh 1999) in der Wissenschaftsentwicklung geschärft. Aber so aufschlußreich der Blick auf ortsbezogene oder lehrerzentrierte soziale Kreise für die Analyse von Entdeckungskontexten und Verbreitungsprozessen ist, es entgeht ihm der für die „Struktur wissenschaftlicher Revolutionen“ konstitutive Zusammenhang von „Erfahrungsraum und Erwartungshorizont“ (Koselleck 1979), aus dem sich die immanente Zeitlichkeit auch und gerade des wissenschaftlichen Wissens ergibt. Der historische Index eines Gedankens oder eines Modells ist weder auf Bekanntheitsbeziehungen noch auf Autoritätsverpflichtungen zurückzuführen. Dem wird der Generationsbegriffs gerecht, der auf die historische Bezugsgruppe einer Denkweise abzielt. Dahinter steht die Erkenntnis überraschender Übereinstimmungen zwischen den Problemwahrnehmungen und Ausdrucksformen der ungefähr Gleichaltrigen, die nicht auf gegenseitigen Abhängigkeiten beruhen. Allerdings ist hier sofort vor einem positivistischen Mißverständnis zu warnen (Bude 2000): Geburtskohorten sind noch keine Generationen, es kommt vielmehr auf die mögliche Bezugnahme auf ein sozialisierendes Eindrucks- und Wirkungserlebnis an, aus dem sich die Wahrnehmung einer Gemeinsamkeit der geschichtlichen Lage trotz erkennbarer Unterschiede in Herkunft, Ausbildung, religiöser Bindung und politischer Präferenz ergibt. Wo eine solche Evidenz fehlt, ist auch keine Generation vorhanden, selbst wenn die Geburtsjahre zusammenliegen. Wo sich aber dieses Gefühl der Partizipation an einem gemeinsamen Empfinden und Reagieren einstellt, kann es durch eine widersprechende Chronologie nicht widerlegt werden.
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