Seit den 1970er Jahren lässt sich eine sukzessive Entgrenzung des Politischen beobachten. Die zu der Zeit neu entstandenen oder wieder erstarkten sozialen Bewegungen, allen voran die ‚neue‘ Frauenbewegung, propagierten, dass das Private politisch sei und stellten damit die vermeintlich klare Grenze zwischen dem ‚Privaten‘ und dem ‚Öffentlichen‘ in Frage. Infolgedessen wurden vormals für ‚persönlich‘ bzw. ‚privat‘ erklärte Fragen des Alltags zu einem legitimen Gegenstand von Politik, z.B. Sexualität oder Gewalt in der Ehe. Seitdem kann alles, was mit diesen auf das private Leben und die Identität bezogenen Fragen zu tun hat, als Politik bezeichnet werden (Bude 1994:249). Mit diesem erweiterten Politikverständnis betraten die sozialen Bewegungen die politische Bühne, und es bildeten sich neue Politikformen heraus, z.B. die Selbsterfahrungsgruppen der frühen ‚neuen‘ Frauenbewegung. Zugleich war damit eine schleichende Erosion und Neubestimmung des Politischen eingeleitet, zumindest in der herkömmlichen Auffassung, die den Politikbegriff für politische Institutionen, den Staat, die Parteien oder verbandsmäßig organisierte, kollektive und individuelle, Akteure reservierte.
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