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Eigentlich müsste der Titel ›Post/koloniale Medienwissenschaft‹ heißen, denn mit der Silbe ›post‹ sind wir nicht in einem ›Danach‹ angekommen, wie vielfach in den Postcolonial Studies selbst kritisiert − vielmehr problematisiert die Frage nach der Medialität immer schon die Vorgängigkeiten von Darstellungsordnungen. ›Postkoloniale Medientheorie‹ gibt es also doppelt: 1. als Analyse von Funktionen und Inhalten von Einzelmedien in kolonialen und postkolonialen Gesellschaften, 2. als Untersuchung der Möglichkeitsbedingungen von Darstellung, die – z. B. mit einem Schwerpunkt auf die euro-amerikanische Moderne – sich nur in Bezug auf ein Anderes, auf den/die Anderen herausgebildet hat. Dabei liegt eine postkoloniale Medienwissenschaft quer zu verschiedenen anderen Disziplinen und Debatten (schon insofern Wissensproduktion medial gefasst ist), von denen ich im Folgenden drei Felder umreißen möchte: (1) Sprache, Schrift und Gegenlesen – Repräsentation und Subalternes, (2) Cultural, Pop und Whiteness Studies – Medien ›in‹ Alltagskultur und Politik, (3) Raum, Karte und Globus – Bilder von der Welt, um abschließend Vorschläge für postkoloniale Relektüren der Medientheorie zu skizzieren.
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