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Es gibt wohl nur wenige Organisationen, die wie die deutschen Interessenorganisationen der Wirtschaft viele Aspekte ihrer Geschichte und Entstehung auch heute noch in Form von sedimentierten Organisationsstrukturen in sich tragen. Während sich z. B. im Bereich der Gewerkschaften durch eine beispiellose Fusionswelle in den 1990er und frühen 2000er Jahren gravierende Veränderungen der organisatorischen Strukturen und Abgrenzungen ergaben, unterliegen Interessenorganisationen der Wirtschaft einer vergleichsweise großen Kontinuität. Bedeutende Veränderungen der Anzahl und Abgrenzungen der Verbände voneinander sind ausgeblieben. Auch der Rückgang der Zahl der Mitgliedsbetriebe (und ihrer Beschäftigten) war zwar in Branchen wie der Metallindustrie besonders schmerzhaft, bezogen auf die gesamte private Wirtschaft haben diese Mitgliederverluste die vergleichsweise dramatische Entwicklung im Bereich der Gewerkschaften jedoch nicht erreicht (Schnabel 2005). Dennoch konnte bislang auch bei den Arbeitgebern der generelle Trend zum Mitgliederrückgang nicht gebrochen werden. Zwar liegen für die Mehrzahl der Verbände keine belastbaren Angaben zur Anzahl der Mitglieder und deren Beschäftigten vor, jedoch lässt sich die Mitgliederentwicklung der Arbeitgeberverbände näherungsweise über die seit 1995 vom Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) erhobenen Angaben zur Bindung an einen Flächentarifvertrag ermitteln. Demnach ist in Westdeutschland der Prozentsatz der durch einen Flächentarifvertrag erfassten Beschäftigten von 72 % (1995) auf 56 % (2007) gesunken, wobei allerdings Großbetriebe nach wie vor zur treuen Anhängerschaft der Arbeitgeberverbände zu zählen sind.
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