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ZusammenfassungIn diesem Beitrag1 möchte ich die methodische Vorgehensweise der narrativen Diskursanalyse holzschnittartig anhand eines Themenfeldes erläutern, das ich an anderer Stelle eingehender untersucht habe: das Feld des globalen Klimawandels (Viehöver 1997). Aufgrund der hier gebotenen Kürze kann der theoretische Bezug auf die narrative Diskursanalyse als kultur- und praxistheoretisches Erklärungsprogramm nur ansatzweise aufgegriffen werden. Im Hinblick auf allgemeinere diskursanalytische Fragestellungen möchte ich zeigen, dass das methodologische und methodische Inventar der narrativen Diskursanalyse nicht nur geeignet ist die Genese neuer Weltbezüge zu untersuchen. Überdies könnte, so meine ich, ein soziologisch gewendeter Strukturalismus erklären helfen, warum manche ‚Diskurse‘ aufgrund ihrer inneren Struktur institutionell folgenreicher sind als andere. Um es noch einmal zu sagen, es geht hier nicht vorrangig um die Ergebnisse der Studie, sondern darum, den Bogen zwischen den theoretischen Grundlagen, soziologischen Fragestellungen, den methodischen Umsetzungen und den möglichen Ergebnissen einer narrativen Diskursanalyse zu spannen. Am Beginn einer Diskursanalyse steht in der Regel eine Frage und eine These. Erstere könnte etwa wie folgt lauten: Wie ist ein Wandel in der Wahrnehmung des Klimas, wie wir ihn in den vergangenen dreißig Jahre erlebt haben, und wie sind die nachfolgenden Veränderungen der gesellschaftlichen und politischen Praxis, in denen sich eine Neubestimmung des Verhältnisses von Natur und Gesellschaft andeutet, soziologisch zu erklären? Meine erste These, die ich im Folgenden zuspitzen werde, besagt, dass der veränderte Blick auf das Klima der Erde in hohem Maße diskursabhängig ist. Dass Klimaforscher dabei erwartungsgemäß als naturwissenschaftliche Experten zentrale Träger und Interpreten des Diskurses sind, soll dabei nicht in Frage gestellt werden, wohl aber die vielleicht landläufige Vermutung, dass es sich beim Klimadiskurs um eine rein kognitive Angelegenheit handeln könnte. D.h., die veränderten gesellschaftlichen Praktiken in Bezug auf den behaupteten Klimawandel gründen nicht allein in immer präziseren Zirkulationsmodellen, Niederschlagsstatistiken, Temperatur- und Emissionsmessungen, in genauen Auswertungen der Niederschlagsarchive von Eisbohrkernen usw. Vielmehr — und dies wäre eine zweite These — liegen die Motive für solche Praktiken in einer grundlegenden Wiederverzauberung des sublunaren Raumes durch wissenschaftliche Expertengemeinschaften.
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