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In den vergangenen Jahrzehnten hat Männlichkeit einen (mehr oder weniger) festen Platz im Feld der Geschlechterforschung erlangt und ist längst nicht mehr die unmarkierte, unsichtbare Kategorie, als die sie Michael Kimmel noch 2004 in seinem Buch The Gendered Society charakterisiert. In der Geschlechterforschung, die lange Zeit aus historisch wie auch politisch nachvollziehbaren Gründen v.a. Weiblichkeit, das Weibliche sowie feministische Perspektiven in den Vordergrund gerückt hat, wird nicht länger so getan, »as if gender applied only to women« (ebd., 6). In Europa existiert mittlerweile eine lebendige Fachkultur, die sich der gründlichen Erforschung von Männlichkeit u. a. aus soziologischer, psychologischer, historischer, medizinischer und literaturwissenschaftlicher Perspektive widmet, dabei immer mehr Anschluss an die v. a. von der amerikanischen bzw. englischsprachigen Forschung geprägten Pionierarbeiten der Masculinity Studies findet und eine bemerkenswerte Entwicklung vorweisen kann.
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