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Von einem Kulturheros wird in Mythen erzählt, wenn die Gründung der kosmischen Ordnung — etwa der Lauf der Gestirne — oder die Stiftung zivilisatorischer Errungenschaften — etwa der Gebrauch des Feuers — erklärt werden. Die Erledigung dieser Aufgaben fällt in die Urzeit. Durch sie wird die Herrschaft des →Chaos oder der Naturzustand beendet. Nun beginnt menschliches Leben im eigentlichen Sinn. Der Kulturheros ist ein Heilsbringer und →Heros. Er kann als Gott oder als Zwischenwesen, als einer der Ahnen des Stammes oder als ein mit besonderen Fähigkeiten begabter Mensch, ja auch als Tier auftreten. Seine Taten gehen in die Tradition der jeweiligen Gesellschaft ein. Sie werden zu bestimmten Anlässen feierlich erinnert und können die Stiftungslegende eines Kults bilden. Der Kultur-heros muß sich meist gegen einen Feind/ein Ungeheuer mit Gewalt oder List behaupten. Mitunter handelt er als → Trickster. Seine Tat kann einen Akt des Ungehorsams darstellen, der Strafe nach sich zieht (→ Prometheus). Die Heilstat mag aber auch in Form einer Gabe erfolgen wie der von Dionysos gespendete Wein. Sie kann die Gestalt einer rituellen Tötung bzw. eines →Opfers annehmen wie bei Hainuwele, dem göttlichen Mädchen der südostasiatischen Pflanzergesellschaften. In die Taten des Kulturheros gehen oft Vorstellungen von Arbeits- (Herakles) und Geschlechterverhältnissen (Marduk und Tiamat im →Alten Orient) ein.
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